REVIEW
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Creme Fresh "Hast du Feuer?!" veröffentlicht: 6.2007 / 58 Beats rezension von Claus Tro Phob für www.independentrap.de, 28.6.2007 |
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Creme Fresh sind in München spätestens seit 2003 eine lokale Größe, und das durch gewonnene Freestyle-Battles (Keno und Fatoni - die beiden Rapper der Crew - standen sich zwei mal sogar im Finale als Gegner gegenüber), gut eingespielte Live-Performances, das erste Demo "Quer Beat" und das eigenes vertriebene Album "Frische Spuren - Fresh Tracks". Dieses brachte ihnen Props von einigen Rap-Größen in Deutschland ein und letzten Endes nun den Deal bei dem Münchner Label 58 Beats (gegründet ende der Neunziger Jahre von der Crew Main Concept). Die Battle- und Representer-Lines sind auf dem vorliegenden Album "Hast du Feuer?" eher im Hintergrund. Keno und Fatoni geben sich Mühe, Geschichten aus ihrem Leben im Münchner Mittelstand zwischen Schwabing, Pasing und Neuhausen zu erzählen und tun dies mal auf wortspielerische ("Concrete Jungle" benutzt Tiermetaphern und Sprichworte), mal auf beobachtende Weise ("Zufällige Blicke" plätschern im tristen Regenalltag) und immer mit etwas Kritik an bestehenden Verelendungserscheinungen ("Kaputt"). Die 16 Tracks werden durch 3 skits aufgelockert, welche die Live-Atmosphäre einfangen und sowas wie Beatbox-Session-Hörspiele sind, auf die einmal Keno, einmal Fatoni und einmal Nico Suave ein paar Punchlines spitten. Jeder Track scheint bis ins detail durchdacht, was nicht zuletzt am Producer Bustla liegt, ohne den die beiden Rapper wohl ne Menge Mühe hätten, sich solche guten Beats in ganz Deutschland zusammenzupicken. Die Beats sind mal schnell, mal langsam, mal minimalistisch, mal vollgepackt, wie sich das fuer ein abwechslungsreiches Album gehoert. Bustlas Bandbreite von Sample-Bausetzen, Synthie-Keyboard-Sounds und live eingespieltem setzt den atmosphärisch dichten Klangteppich. Eher weniger Voll-auf-die-Fresse-Banger, stattdessen meist diffizil ausgearbeitete percussion-reiche Song-Gerüste, wobei das Kopfnicken aber nicht zu kurz kommt. Auch der Freund und Kollege Provo Beatz half beim ein oder anderen Beat wieder mit, genauso wie auch ein paar Musiker auf zwei Liedern Instrumente einspielten, zu denen Bustla Kontakt über seinen Vater, den Jazz-Musiker Wolfgang Roth, aufbaute. Im Tracklisting hervorzuheben wäre da vielleicht doch noch "Zukunft des Rap?" als einzigstes Feature. Der Münchner Kollegen Holunder (Rapper der beliebtesten Live-HipHop-Combo in Deutschland namens Blumentopf) gibt auf humorvoller Art und Weise sich mit den zwei Jungspunden der nächsten Generation ein Battle im Sinne des Generationenkonflikts. Mir persönlich gefallen auch die leisen, selbstkritischen und melancolischen Momente in den Tracks "Ist das Alles?" und "Ende" sehr gut. Doch auch das protzig-prollende haben die Jungs nicht ganz verlernt, wie sie im einzigen Battle-ähnlichen track "Die Cheefs" beweisen, der gleichzeitig eine Homage an ihre Writervergangenheit und Homies darstellt. "Pass auf?" nimmt die eskalierende Gewalt in der HipHop-Szene bzw Amoklauf-ähnliche geschehen der letzten Monate schon vorweg - ein Thema, welches wohl immer wieder in den Tagesthemen auftauchen wird - hier sehr gut und Geschichten-erzählend umgesetzt. Das ist Stoff für Kurzfilme. Am Ende bleibt nur zu sagen, dass hier drei junge Herren am werkeln sind, die sich ihres Dinges sicher sind und dazu allen Grund haben, das seit Jahren beweisen und auch noch Jahre lang am machen sein werden. Wer erst jetzt einsteigt, muss sich die vergangenen Werke noch besorgen und wer jetzt nicht zumindest mal reinhört, der wird sich spätestens beim nächsten release anhören müssen, wie er das bisher verpassen konnte. Release-Party am 30.6.07 in Muenchen (Ampere) mit einigen illustren Gästen und Opening Acts www.creme-fresh-crew.de / www.58beats.com. review (c) by www.independentrap.de |
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