REVIEW
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Bougaloo "Synonym" veröffentlicht: 5.2006 / Jakarta Records rezension von Claus Tro Phob für www.independentrap.de, 1.+19.6.2006 |
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Produced by: Bougaloo (Betties Blues), Gordon (Betties Blues), Mr Cooper (Amateur Dramatics), Speck (Cyne), Einz. Featuring: Frame (Betties Blues), Maria (Betties Blues), Dundee. Bougaloo macht poetischen Rap und wohnt derzeit in Cottbus. Mit seinem Mikrofon-Kollegen Frame und dem Producer Gordon (Berlin) ist er auch unter dem Gruppennamen "Betties Blues" aktiv, die wiederum manchen vielleicht schon vom internationalen "Mooncircle Project" bekannt sein könnten, an dem u.a. Cyne (Californien/USA) und Manuva (Total Chaos / Österreich) als auch Rapper des Belgisch-Schwedischen Kollektiv Shadow Animals mitwirkten. Auf seinem Solo-Album präsentiert er uns 14 Lieder (inklusive einem Instrumental gehaltenem Stück), in denen er es schafft, auch bei technisch hohem Anspruch (teilweise double-time parts usw) immer atmosphärisch zu bleiben und einen Pathos zu kreieren, der nicht peinlich aufgesetzt wirkt. Produziert wurden die Stücke größtenteils selbst und von seinem Freund Gordon, aber auch Mr Cooper (England), Einz und Speck (Producer der Gruppe Cyne) haben je ein Lied zugesteuert. Der Sound des Albums ist organisch gehalten, wie man es bei poetischem Rap erwarten würde; hier und da mit runtergepitchten Breakbeats untermalte Samples aus den Bereichen Klassik und Jazz. Die Stimmung ist allgemein eher melancolisch und Bougaloo schafft es, durch seine ruhige, doch zugleich fordernde Vortragsweise zu fesseln. Thematisch wird eine persönliche Nähe geschaffen. In "Herztod" erzählt Bougaloo davon, seine Geliebte hintergangen und verletzt zu haben, was dieses Lied zu einem herausstechenden unter den ganzen Einheitsbrei-Liebesliedern macht. Leider fehlt es dem Beat von Einz hier an einer Bassline, was das ganze noch runder gemacht hätte. In "Schatten und Licht" zollt er wiederum Familie und Freunden Tribut. Hier und da wird vielleicht zu sehr auf das Ross der Mystik und altbewährter Männer(geheim)bund-Romantik gesetzt, wenn zb in "Felder der Wachsamen" davon die Rede ist, seine Männer zur Schlacht herauszuschicken usw. Auch "We are", welches eingängig von Speck mit einem Gitarrensample versehen wurde und von Maria (Betties Blues) mit einem eher unspektukulärem Gesangsrefrain begleitet wird, erinnert mich ein bisschen zu sehr an Herrn Heppner mit "Wir sind", obwohl das nach Bougaloos Aussage keine absichtliche Inspirationsgrundlage war. Hier bleibt das Unwohlfühlen und von kalten Menschen umgeben sein etwas zu vage und die Kritik an der Heimat wird nicht konsequent weitergeführt, was in einer allgemeinen Absage an Nationalgrenzen und dem Nationengedanken enden würde. Im Unterton ist eher der Wunsch zu vernehmen, sich am liebsten positiv auf das "Land meiner Väter" beziehen zu können. Bougaloo versucht sich zwar in der ein oder anderen Zeile vom Geschichtsrevisionismus zu distanzieren, trotzdem bleibt aufgrund der Bezogenheit auf Boden und der Familienmetaphorik des Textes ein unwohler Nachgeschmack nach diesem Text. Nichts desto trotz fesselt dieses Album mich persönlich dank der wunderschönen Beats und der Vortragsweise, die Bougaloos für seine Gedanken wählt und sei damit allen ans Herz gelegt, die Rap ein bisschen sanfter, theatralischer und mystischer genießen wollen. Gegen Ende der Platte kommen auch versöhnlichere Töne zum Vorschein und verbreiten Sommerabendstimmung wie zb das hervorragende "Walkman rotation", welches sich sehr gut zum Fahrradfahren eignet. Weitere Highlights sind "Oasis" mit Frame, dessen Vortragsart ganz anders und nochmal freier/poetischer ist als die von Bougaloo, und "Steinerne Seelen" mit seinem mit Lücken gefüllten Beat. review (c) by www.independentrap.de |
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